Schon lange hatten wir davon geträumt, einen gemeinsamen Auslandsaufenthalt zu machen, eine andere Kultur kennenzulernen und viele neue Eindrücke zu gewinnen. Als wir dann am Ende des letzten Schuljahres erfuhren, dass es für uns Anfang September einen Monat nach Finnland geht, waren wir voller Vorfreude.
Mit vollbepackten Koffern standen wir schließlich am Flughafen und konnten es kaum erwarten unsere spannende Reise zu starten. Vor uns lagen vier Wochen in der südlichsten Stadt Finnlands, Hanko.
Die erste Woche verbrachten wir zusammen bei unserer Ansprechperson bzw. Koordinatorin von Erasmus+ und Lehrerin des Hanko Gymnasiums namens Joanna. Sie empfing uns gleich beim Bahnhof in Helsinki sehr herzlich und wir wussten sogleich, dass wir in besten Händen sind. Mit Joanna als Local an unserer Seite erkundeten wir am ersten Tag in Hanko die Stadt und erfuhren wissenswerte Infos zu bestimmten Plätzen. Aufgrund von Belagerungen Russlands im 2. WK, gibt es hier nämlich nach wie vor zahlreiche Überreste von Befestigungsanlagen und Kanonen.
Auch die Schule wurde uns gleich am Sonntagnachmittag gezeigt, damit wir uns am darauffolgenden Morgen problemlos zurechtfinden konnten. Da in Hanko sowohl Schwedisch als auch Finnisch gesprochen wird, war es keine Überraschung, dass wir eine schwedisch-sprachige Schule besuchen durften. Besonders interessant fanden wir dann den Schulalltag selbst mitzuerleben und Unterschiede zu unserem Schulsystem in Österreich zu entdecken. Beispielsweise die Beziehung zu den Lehrpersonen, die in Finnland viel informeller ist, oder die Unterrichtsgestaltung.
Während den nächsten Wochen lernten wir die finnische und schwedische Kultur dank unseren Gastfamilien näher kennen. Zwar waren wir für die 2. und 3. Woche nicht in derselben Familie untergebracht, haben aber trotzdem mit unseren Klassenkameraden gemeinsame Ausflüge unternommen. Zum Beispiel fuhren wir an einem Tag mit ihnen nach Helsinki und sie zeigten uns einige schöne Sehenswürdigkeiten und Orte der Stadt, in Ekenäs haben wir uns an einem Nachmittag den Jahrmarkt angesehen und wir waren auf einer Geburtstagsfeier eingeladen, wo wir zahlreiche Personen noch einmal besser kennenlernen konnten.
Zudem bekamen wir zweimal die Gelegenheit, mit Booten zu finnischen Sommerhäuschen zu fahren, einmal gemeinsam und das andere Mal jeder mit seiner Gastfamilie. Eine Sache, die uns dort besonders gut dort gefallen hat, war, dass diese Häuschen mitten in der Natur und direkt am Meer liegen, manchmal sogar auf eigenen Scheren (kleine „Inseln“ im Meer). Die meisten dieser Häuser sind außerdem sehr altmodisch und besitzen noch keine eigene Toilette, Heizung (bis auf die Sauna) und manchmal nicht einmal fließendes Wasser – das gehört allerdings zur Tradition, wurde uns erzählt.
In der Zeit unseres Aufenthaltes blieb auch genug Zeit, um viele finnische Spezialitäten zu kosten, wie beispielweise Karjalanpiirakka (Karelische Piroggen), das Rye Bread oder die Lohikeitto (Lachssuppe).
Im Großen und Ganzen sind wir unglaublich froh, uns für ein Auslandsmonat entschieden zu haben, da wir unzählige neue Eindrücke gewinnen konnten, selbstständiger geworden sind, wie durch das Organisieren der Reise und wir uns der Herausforderung stellen durften, sich an eine andere Kultur anzupassen, mit der wir zuvor noch nie in Kontakt gekommen sind. Außerdem haben wir viele neue Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen, mit denen wir hoffentlich noch lange in Kontakt bleiben. Letztendlich wollen wir uns bedanken, dass wir all diese Erfahrungen machen durften und werden sehnsüchtig auf diese Zeit zurückblicken.
